Wie haben sich unsere 4 Kinder in der Türkei eingelebt? Unsere ehrlichen Erfahrungen

Eine der Fragen, die uns vor der Auswanderung am häufigsten gestellt wurde, war:
„Und was ist mit den Kindern?“
Ganz ehrlich? Genau darüber haben wir uns als Eltern natürlich auch die meisten Gedanken gemacht. Würden sie Freunde finden? Würden sie Heimweh haben? Würden sie die Sprache lernen? Würden sie Deutschland vermissen?
Heute können wir sagen: Unsere Sorgen waren völlig unbegründet.
Unsere Kinder wollten selbst in die Türkei
Tatsächlich kam der Wunsch, in der Türkei zu leben, nicht nur von uns Eltern. Auch unsere Kinder wollten unbedingt dort leben und kannten die Türkei durch viele Urlaube und Besuche bei der Familie bereits sehr gut.
Natürlich ist Urlaub etwas anderes als dort wirklich zu leben. Trotzdem war die Türkei für sie kein fremdes Land.
Freunde schon am ersten Tag
Als wir umgezogen sind, haben die Kinder gefühlt schon am ersten Tag Freunde gefunden.
Kinder sind da wirklich unglaublich. Vor allem unsere Kinder sind sehr offen und haben überhaupt keine Berührungsängste. Auch ohne Sprachkenntnisse haben sie einfach angefangen zu spielen.
Innerhalb kürzester Zeit waren sie mit den Nachbarskindern unzertrennlich und haben jeden Tag zusammen gespielt.
Die Sommerferien waren Gold wert
Wir sind bewusst in den Sommerferien ausgewandert und würden das immer wieder so machen.
Dadurch hatten die Kinder fast drei Monate Zeit, sich einzuleben, Freunde zu finden und langsam anzukommen, bevor die Schule überhaupt anfing.
Im Nachhinein war das wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen überhaupt.
Kinder lernen schneller als Erwachsene
Schon nach den ersten Tagen konnten die Kinder erstaunlich schnell einige türkische Wörter, verstanden einfache Sätze und konnten kleine Dinge selbst sagen.
Beim Spielen funktioniert das einfach unglaublich gut.
Und unsere Nachbarn waren wirklich Gold wert. Die Mamas haben sich teilweise ihr Handy geschnappt und mit dem Übersetzer versucht, mit uns zu kommunizieren. Das war einfach unglaublich herzlich und total süß.
Vermissen unsere Kinder Deutschland?
Ganz ehrlich?
Nein.
Natürlich vermissen sie ihre Familie in Deutschland, ihre Cousinen, Tanten und Onkel.
Aber Heimweh nach Deutschland selbst hatten sie nie.
Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ihre Oma und ihr Opa in der Türkei leben und zu ihren wichtigsten Bezugspersonen gehören. Dadurch fiel ihnen vieles leichter.
Die Schule war natürlich eine Herausforderung
Als die Schule begann, war natürlich alles neu.
Sie verstanden kaum etwas und mussten sich erst einmal zurechtfinden.
Aber die anderen Kinder haben ihnen unglaublich dabei geholfen.
Sie wurden herzlich aufgenommen und waren in ihren Klassen etwas Besonderes, weil sie aus einem anderen Land kamen.
Und ehrlich gesagt haben sie das auch ein bisschen genossen. 😊
Unser Dreijähriger und die Kita

Unser damals zweijähriger Sohn ging in die Kita und auch dort hatten wir wirklich großes Glück.
Seine Erzieherin sprach Deutsch und die beiden waren von Anfang an ein Herz und eine Seele. Dadurch hat er sich unglaublich schnell eingelebt und ist jeden Morgen gerne in die Kita gegangen.
Er hat sich dort sofort wohlgefühlt und nach ungefähr sechs Monaten schon viele Dinge verstanden und die ersten türkischen Wörter gesprochen.
Im Großen und Ganzen ist er wunderbar angekommen und liebt sein Leben in der Türkei ebenfalls.
Und unser Kleinster?
Bei unserem Jüngsten können wir noch gar nicht so viel sagen, da er noch nicht in die Kita geht.
Aber eines liebt er jetzt schon:
Barfuß laufen. 😊
Durch das warme Wetter kann er fast immer draußen sein, die Sonne genießen und einfach Kind sein. Das scheint ihm mehr als zu gefallen.
Würden unsere Kinder zurück nach Deutschland wollen?
Ganz klar: Nein.
Natürlich würden sie sich anpassen, wenn es sein müsste.
Aber ihr Traum ist es, in der Türkei zu leben.
Sie lieben die Menschen dort und merken selbst einen Unterschied.
Sie sagen oft:
„In der Türkei sind die Menschen viel netter zu Kindern.“
Und ich muss immer schmunzeln, wenn meine Tochter voller Begeisterung erzählt, dass sie auf dem Markt oder an einem Obststand einfach Obst geschenkt bekommen hat.
Für sie ist das jedes Mal etwas ganz Besonderes.
Sie kann gar nicht glauben, dass die Menschen ihr einfach etwas schenken, und erzählt noch Wochen später davon. 🤣
Solche kleinen Dinge nehmen Kinder wahr und schätzen sie viel mehr, als wir Erwachsene manchmal denken.
Meer, Sonne und ganz viel Sommer
Natürlich ist es für die Kinder auch ein absoluter Traum, fast jeden Tag ins Meer oder in den Pool gehen zu können.
Fast das ganze Jahr Sonne, draußen spielen und das Leben genießen.
Was wünscht man sich als Kind mehr? 😊
Unser Fazit
Rückblickend können wir sagen, dass die Auswanderung für unsere Kinder wahrscheinlich viel einfacher war als für uns Erwachsene.
Sie haben unglaublich schnell Freunde gefunden, sich eingelebt und ihre neue Heimat angenommen.
Natürlich hat jedes Kind einen anderen Charakter und jede Familie macht andere Erfahrungen.
Aber unsere vier Kinder haben die Auswanderung nie bereut.
Und wir als Eltern sind unendlich dankbar dafür. ❤️
Ein großes Thema war für uns übrigens auch die Schule. Wir haben uns damals bewusst für eine Privatschule entschieden, um den Kindern den Start zu erleichtern. Ob wir diese Entscheidung heute noch einmal genauso treffen würden und warum wir mittlerweile manches anders sehen, erzählen wir in einem separaten Beitrag.
