Kita Eingewöhnung in der Türkei: Unsere Erfahrungen mit 2 Kindern

Die Kita Eingewöhnung in der Türkei läuft deutlich anders ab, als wir es aus Deutschland kennen. Während die Eingewöhnung in Deutschland häufig langsam über mehrere Tage oder sogar Wochen aufgebaut wird, werden Kinder hier bei uns deutlich schneller an den Kita-Alltag herangeführt.
Wir haben gerade die Eingewöhnung unseres 3-jährigen Sohnes und unseres fast 2-jährigen Sohnes hinter uns – und möchten euch erzählen, wie die ersten Tage für uns und die Kinder waren, was uns überrascht hat und was wir an der Kita in der Türkei besonders schön finden.
Kita Eingewöhnung in der Türkei – anders als in Deutschland
Wer Kinder hat, kennt es wahrscheinlich: Eine Eingewöhnung kann für die ganze Familie ziemlich nervenaufreibend sein.
So kennen wir es aus Deutschland, dass die Eingewöhnung sehr langsam beginnt. Zunächst bleibt ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind für eine kurze Zeit in der Kita. Vielleicht sind es am ersten Tag 30 Minuten, später eine Stunde.
Nach und nach wird die Zeit verlängert. Irgendwann verabschiedet sich das Elternteil für kurze Zeit, kommt wieder zurück und die alleinige Betreuungszeit wird langsam gesteigert. Später kommen Mittagessen, Schlafen und schließlich die komplette Betreuungszeit dazu.
Das kann sich über mehrere Wochen ziehen.
Natürlich hat diese langsame Eingewöhnung ihren Sinn und jedes Kind ist anders. Trotzdem haben wir persönlich die Erfahrung gemacht, dass es auch für Eltern sehr viel Zeit, Organisation und Nerven kostet.
In der Türkei läuft die Kita Eingewöhnung bei uns deutlich schneller ab.
Unsere Kita Eingewöhnung in der Türkei – Tag für Tag
Wir wollten euch ganz genau zeigen, wie die Eingewöhnung unserer beiden Jungs abgelaufen ist.
Tag 1 – Gemeinsam in der Kita
03.08. – Beginn um 9:00 Uhr
Am ersten Tag waren wir zunächst zwei Stunden gemeinsam mit den Kindern in der Kita.
Sie haben dort gefrühstückt, gespielt und konnten die neue Umgebung kennenlernen.
Für uns war es wichtig, dass sie zunächst einmal sehen konnten, wo sie sind und wer sich dort um sie kümmert.
Tag 2 – Der erste Abschied
Am zweiten Tag waren wir zunächst beim Frühstück dabei.
Danach haben die Kinder noch kurz gespielt und dann haben wir uns verabschiedet.
Unser kleiner Mael hat kurz geweint. Gegen 10 Uhr waren wir aber bereits wieder beruhigt, denn die Kinder konnten bis 13 Uhr alleine in der Kita bleiben.
Das war für uns natürlich ein großer Schritt.
Tag 3 – Eine Stunde gemeinsam, dann gehen
Am dritten Tag haben wir um 9 Uhr begonnen.
Wir waren ungefähr eine Stunde mit dabei und sind anschließend gegangen.
Die Abholung war wieder um 13 Uhr.
Diesmal wurde beim Abschied geweint.
Das gehört für uns aber einfach dazu. Gerade wenn Kinder zum ersten Mal länger von ihren Eltern getrennt sind, dürfen natürlich Tränen kommen.
Tag 4 – Direkt an der Tür verabschiedet
Am vierten Tag kam dann der große Schritt.
Wir haben die Kinder um 9 Uhr direkt an der Tür abgegeben, uns verabschiedet und sind gegangen.
Abholung war erst um 16 Uhr.
Und was sollen wir sagen?
Es hat richtig gut geklappt.
Unser Kleinster ist sogar ohne Probleme eingeschlafen und hat an diesem Tag zum ersten Mal ganz selbstverständlich in der Kita geschlafen.
Für uns war das ein riesiger Schritt.

Warum wir die schnelle Eingewöhnung mittlerweile gut finden
Am Anfang waren wir ehrlich gesagt etwas skeptisch.
Denn natürlich fragt man sich als Mama:
„Geht das wirklich so schnell?“
Aber wir haben gemerkt, dass die Kinder sehr schnell in ihren Alltag gefunden haben.
Sobald die Eingewöhnung abgeschlossen ist, werden die Kinder morgens direkt an der Tür abgegeben. Die Eltern gehen also nicht jedes Mal mit in die Kita.
Das finden wir mittlerweile richtig gut.
Natürlich weinen manche Kinder beim Abschied. Aber häufig dauert es nur wenige Minuten und die Kinder haben sich wieder beruhigt.
Für uns als Eltern ist es natürlich trotzdem jedes Mal ein kleiner Stich im Herzen.
WhatsApp-Kontakt während der Kita Eingewöhnung
Was wir besonders toll finden, ist der enge Austausch mit der Kita.
Gerade während der Eingewöhnung bekommen wir regelmäßig Bilder und Videos über WhatsApp.
So wissen wir:
- Was machen die Kinder gerade?
- Haben sie aufgehört zu weinen?
- Spielen sie?
- Haben sie gegessen?
- Wie geht es ihnen?
- Haben sie geschlafen?
Das beruhigt uns als Eltern unglaublich.
Wenn man sein Kind morgens weinend abgibt, ist es natürlich schön, kurze Zeit später ein Bild zu bekommen und zu sehen:
Das Kind spielt und hat sich wieder beruhigt.
Das nimmt einem wirklich viele Sorgen.

Was unsere Kinder in der türkischen Kita machen
Auch das Programm in der Kita gefällt uns bisher sehr gut.
Die Kinder sind viel kreativ und es werden immer wieder unterschiedliche Aktivitäten angeboten.
Sie machen Experimente, basteln, spielen und lernen neue Dinge.
Am Ende des Tages bekommen wir häufig ein Video von dem Kita-Tag und können sehen, was die Kinder alles gemacht haben.
Gerade für uns als Eltern ist das wunderschön, weil wir dadurch ein bisschen miterleben können, was während des Tages passiert.
Kita in der Türkei: Was kostet ein privater Kindergarten?
Hier gibt es einen wichtigen Unterschied.
In unserer Situation kommt eine staatliche Kita für unsere beiden Kleinen noch nicht infrage. Die staatliche Vorschule beginnt hier erst ab einem bestimmten Alter, während jüngere Kinder in der Regel auf private Einrichtungen angewiesen sind.
Da unsere Kinder noch sehr klein sind, besuchen sie eine private Kita.
Wir bezahlen aktuell:
20.000 TL pro Kind im Monat – ungefähr 360 €
Das war gleichzeitig eine der günstigeren Kitas, die wir gefunden haben.
Für zwei Kinder ist das natürlich trotzdem eine ordentliche Summe.
Allerdings bekommen wir dafür auch einiges geboten.
Mehrsprachige Kita mit Deutsch und Englisch
Ein großer Grund, warum wir uns für diese Kita entschieden haben, war das Sprachangebot.
Unsere beiden Jungs sind mit uns aus Deutschland in die Türkei ausgewandert und sprechen noch kein Türkisch.
Gerade deshalb war es uns wichtig, dass sie sich zumindest teilweise verständigen können.
Eine der Erzieherinnen spricht gut Deutsch. Das gibt uns und natürlich auch den Kindern zusätzliche Sicherheit.
Außerdem wird in der Kita sehr viel Englisch gesprochen und gelernt.
Die Einrichtung nennt sich selbst Amerikan Kultür .
Wir finden es tatsächlich richtig cool, dass bereits die Kleinsten spielerisch mit Englisch in Kontakt kommen.
Kita auch am Samstag – für uns ein großer Vorteil
Eine Sache hat uns besonders überrascht:
Die Kita hat auch samstags geöffnet.
Die regulären Öffnungszeiten sind bei uns:
Montag bis Freitag: 8:00 – 18:00 Uhr
Samstag: 8:00 – 17:30 Uhr
Natürlich müssen wir die Kinder samstags nicht bringen.
Aber wir finden es toll, dass diese Möglichkeit besteht.
Gerade bei kleinen Kindern kann der Montag nach einem kompletten Wochenende manchmal wieder wie eine kleine neue Eingewöhnung wirken.
Wenn nur ein Tag zwischen den Kita-Tagen liegt, fällt dieser Übergang möglicherweise leichter.
Und unsere Kinder gehen tatsächlich gerne hin – deshalb finden wir diese Möglichkeit für uns sehr praktisch.
Viel Geduld mit den Kindern
Was uns bisher ebenfalls positiv aufgefallen ist, ist die Geduld der Erzieherinnen.
Unsere Kinder sind noch sehr klein, kommen gerade aus Deutschland und verstehen die türkische Sprache noch nicht richtig.
Die Erzieherinnen nehmen sich deshalb viel Zeit für sie und versuchen, ihnen Sicherheit zu geben.
Gerade bei einer Kita Eingewöhnung in der Türkei mit Kindern, die die Sprache noch nicht sprechen, war das für uns ein sehr wichtiger Punkt.
Wir merken, dass sie unsere Kinder nicht unter Druck setzen.
Sie dürfen ankommen, beobachten, ausprobieren und langsam Vertrauen aufbauen.
Aber auch gegenüber den anderen Kindern, zeigen Sie viel Geduld.
Unser Fazit zur Kita Eingewöhnung in der Türkei
Unsere Kita Eingewöhnung in der Türkei ist bisher deutlich schneller verlaufen, als wir es aus Deutschland kannten.
Natürlich ist schnell nicht automatisch besser. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und manche Kinder brauchen einfach mehr Zeit.
Für unsere beiden Jungs hat es bisher aber sehr gut funktioniert.
Besonders schön finden wir den engen Austausch mit der Kita, die vielen Fotos und Videos, die Geduld der Erzieherinnen und die vielen Aktivitäten.
Und ganz ehrlich?
Nach so vielen Jahren mit vier Kindern freuen wir uns auch ein kleines bisschen darauf, wieder einige Stunden am Tag durchatmen zu können. ❤️
Noch wichtiger ist aber: Unsere beiden Kleinen haben die Möglichkeit, mit anderen Kindern zu spielen, neue Erfahrungen zu sammeln und ihren eigenen kleinen Alltag aufzubauen.
Und genau das haben wir uns für sie gewünscht.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Kita Eingewöhnung ist für uns damit ein großer Schritt in Richtung Alltag.
Jetzt stehen weitere Dinge auf unserer Liste: Behördengänge, Anmeldungen und natürlich die Schule für unsere beiden großen Kinder.
Wir werden euch bei jedem dieser Schritte mitnehmen und natürlich auch berichten, wie sich unsere beiden Kleinen langfristig in der Kita einleben.
Unsere Auswanderung besteht schließlich nicht nur aus Sonne, Pool und Meer. Sie besteht vor allem daraus, hier einen echten Alltag aufzubauen.
Unsere Geschichte geht weiter …
➜ Auswanderung mit Kindern Türkei – So haben unsere 4 Kinder die zweite Auswanderung erlebt
Wie haben unsere Kinder den Abschied aus Deutschland und den Neustart in der Türkei erlebt? Wir erzählen euch, wie unsere vier Kinder mit der zweiten Auswanderung umgegangen sind.
➜ Eine Woche nach unserer Auswanderung in die Türkei – Unser ehrliches Fazit
Nach der ersten Woche haben wir ehrlich erzählt, wie wir uns fühlen, was gut gelaufen ist und warum wir uns in der Türkei wieder so wohlfühlen.
🎥 Begleitet uns auch auf YouTube
Ihr wollt die Eingewöhnung und unseren Familienalltag nicht nur lesen, sondern auch sehen? Auf unserem YouTube-Kanal Die Göktas nehmen wir euch mit in unseren Alltag in der Türkei – mit vier Kindern, Auswanderung, Familienleben und allen Höhen und Tiefen.