Unsere zweite Auswanderung in die Türkei: Diese Dinge machen wir diesmal komplett anders

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir uns einen großen Traum erfüllt: Wir sind als sechsköpfige Familie in die Türkei ausgewandert. Voller Vorfreude, mit tausend Plänen und der Hoffnung auf ein neues, glücklicheres Leben.
Doch die Realität sah teilweise ganz anders aus.
Wir haben Fehler gemacht. Manche waren klein, andere haben uns viel Geld, Zeit und Nerven gekostet. Oft wollten wir einfach zu viel auf einmal. Wir dachten, wir müssten sofort alles schaffen und hätten unterschätzt, wie herausfordernd ein kompletter Neustart in einem anderen Land wirklich ist.
Trotz allem bereuen wir diesen Schritt keine einzige Sekunde.
Denn genau diese Erfahrungen haben uns wachsen lassen. Sie haben uns gezeigt, was wirklich wichtig ist und worauf es bei einer Auswanderung tatsächlich ankommt.
In wenigen Tagen beginnt für uns unser zweites Abenteuer in der Türkei. Diesmal starten wir mit deutlich mehr Erfahrung, einem klaren Plan und vor allem mit realistischen Erwartungen.
Perfekt wird auch diese Auswanderung bestimmt nicht werden. Aber wir sind überzeugt, dass wir diesmal viele Fehler vermeiden können.
Heute möchten wir euch zeigen, welche Dinge wir diesmal komplett anders machen.
1. Wir nehmen uns Zeit und wohnen zunächst bei meinen Eltern
Der wohl größte Unterschied ist, dass wir die erste Zeit im Haus meiner Eltern wohnen werden.
Früher hätten wir wahrscheinlich sofort nach einer eigenen Wohnung gesucht. Heute wissen wir, dass es überhaupt nichts bringt, sich direkt finanziell unter Druck zu setzen.
Bei unserer ersten Auswanderung wollten wir möglichst schnell komplett auf eigenen Beinen stehen. Rückblickend war genau das einer unserer größten Fehler.
Dieses Mal möchten wir erst einmal in Ruhe ankommen, uns wieder einleben, arbeiten und Schritt für Schritt alles aufbauen.
Für manche mag das vielleicht ein kleiner Rückschritt sein.
Für uns fühlt es sich wie der vernünftigste Weg an.
2. Die Kinder besuchen diesmal eine staatliche Schule
Auch bei der Schule haben wir unsere Entscheidung komplett überdacht.
Bei unserer ersten Auswanderung haben unsere Kinder eine Privatschule besucht. Insgesamt haben wir dafür rund 800 Euro im Monat bezahlt.
Damals dachten wir, dass dies die beste Entscheidung wäre.
Heute sehen wir das etwas anders.
Dieses Mal werden unsere Kinder eine staatliche Schule besuchen.
Das spart uns nicht nur sehr viel Geld, sondern nimmt auch einen enormen finanziellen Druck von unseren Schultern.
Natürlich wünschen wir uns für unsere Kinder weiterhin nur das Beste.
Aber wir haben gelernt, dass eine gute Zukunft nicht allein von einer Privatschule abhängt.
3. Wir möchten deutlich minimalistischer leben
Wenn wir auf unsere erste Auswanderung zurückblicken, fällt uns vor allem eines auf:
Wir haben unglaublich viele Dinge gekauft.
Heute wissen wir, dass wir vieles davon überhaupt nicht gebraucht haben.
Diesmal möchten wir viel bewusster leben. Wir möchten nicht ständig neue Dinge kaufen, sondern lernen, mit weniger glücklich zu sein.
Das passt auch viel besser zu dem Leben, das wir uns in der Türkei wünschen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich bereits viele unserer Möbel im Haus meiner Eltern befinden.
Sollten wir später wieder in eine eigene Wohnung ziehen, müssen wir deshalb nicht noch einmal einen kompletten Haushalt neu kaufen.
Allein dieser Gedanke nimmt uns unglaublich viel Druck.
4. Wir planen unsere Einkäufe viel bewusster
Auch beim Einkaufen möchten wir einiges verändern.
Obst und Gemüse werden wir weiterhin auf dem Wochenmarkt kaufen.
Dort sind die Produkte nicht nur günstiger, sondern oft auch frischer als im Supermarkt.
Zusätzlich möchten wir nur noch mit einer Einkaufsliste einkaufen gehen.
Das klingt vielleicht selbstverständlich. Für uns war genau das aber ein großer Fehler.
Beim letzten Mal landeten im Supermarkt oft viele Dinge im Einkaufswagen, die wir eigentlich gar nicht gebraucht hätten.
Am Ende summieren sich genau diese kleinen Spontankäufe.
Diesmal möchten wir unser Budget deutlich besser im Blick behalten.
5. Pepsi Zero gegen Wasser tauschen
Das wird vermutlich unsere größte Herausforderung. 😅
Wir beide lieben Pepsi Zero.
Und ja, auch in der Türkei ist sie günstiger als in Deutschland.
Trotzdem möchten wir versuchen, deutlich mehr Wasser zu trinken.
Nicht nur, weil es günstiger ist.
Sondern auch, weil es gesünder ist. Eine 19-Liter-Flasche Quellwasser kostet in der Türkei nur ungefähr 20 Türkische Lira – umgerechnet gerade einmal rund 37 Cent.
Da ich außerdem abnehmen möchte, werde ich einige zuckerfreie Sirups aus Deutschland mitnehmen und sie mit Wasser mischen.
Vielleicht fällt uns die Umstellung dadurch etwas leichter.
Mal sehen, ob wir das wirklich schaffen.
6. Weniger Auto – mehr Dolmuş
Ein weiterer großer Unterschied wird unsere Mobilität sein.
Dieses Mal besitzen wir zunächst kein eigenes Auto.
Wir dürfen zwar das Auto meines Vaters nutzen, möchten aber bewusst viel häufiger mit dem Dolmuş fahren.
Das spart nicht nur Geld.
Es gehört für uns inzwischen einfach zum Alltag in der Türkei dazu.
Außerdem entschleunigt es das Leben.
Und genau das wünschen wir uns.
7. Mehr selbst kochen
Auch beim Essen möchten wir einiges verändern.
Beim ersten Mal sind wir doch häufiger essen gegangen, als wir ursprünglich geplant hatten.
Natürlich gehört das im Urlaub irgendwie dazu.
Im Alltag summieren sich diese Ausgaben jedoch schnell.
Diesmal möchten wir deutlich häufiger selbst kochen.
Unser Ziel ist es, mit etwa 500 Euro im Monat unsere sechsköpfige Familie zu versorgen.
Nach unseren bisherigen Erfahrungen glauben wir, dass das durchaus machbar ist.
8. Wir bauen uns mehrere Einkommensquellen auf
Vielleicht ist das sogar der wichtigste Unterschied.
Dieses Mal starten wir nicht planlos.
Wir haben bereits einen Job und gleichzeitig viele Ideen, wie wir uns langfristig unabhängig aufstellen möchten.
Dazu gehören unser Blog Unser Familienkompass, unser YouTube-Kanal und ich möchte meine eigenen Kochbücher schreiben und viele weitere Projekte.
Wir wissen, dass das nicht von heute auf morgen funktioniert.
Aber wir wissen auch, dass wir diesmal bereit sind, langfristig dafür zu arbeiten.
Unser Ziel ist nicht, schnell reich zu werden.
Unser Ziel ist ein freies, selbstbestimmtes Leben in der Türkei – ohne ständig finanzielle Sorgen haben zu müssen.
Warum wir der Türkei noch eine zweite Chance geben
Viele fragen uns, warum wir der Türkei überhaupt noch eine zweite Chance geben, nachdem unsere erste Auswanderung finanziell so schwierig war.
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach:
Weil wir die Türkei lieben.
Wir lieben das Leben dort, die Menschen, die Mentalität und einfach das gesamte Lebensgefühl. Nachdem wir fast ein Jahr in der Türkei gelebt haben, können wir uns ein Leben in Deutschland eigentlich nicht mehr vorstellen. Für uns fühlt sich die Türkei mittlerweile wie unser Zuhause an.
Natürlich wissen wir, dass auch dieses Mal nicht alles perfekt laufen wird. Es wird wieder Herausforderungen geben und bestimmt auch Tage, an denen wir an unsere Grenzen kommen. Aber genau das gehört zu einem Neuanfang dazu.
Der große Unterschied ist, dass wir diesmal mit deutlich mehr Erfahrung starten. Wir kennen unsere Fehler, wir wissen, was wir anders machen möchten, und wir haben einen klaren Plan.
Natürlich freuen wir uns auch auf das Wetter, das Meer, unsere Freunde und den türkischen Alltag. Wir freuen uns darauf, wieder draußen zu leben, gemeinsam als Familie neue Erinnerungen zu schaffen und das Leben bewusster zu genießen.
Außerdem freuen wir uns darauf, wieder viel mehr Türkisch und Englisch zu sprechen. Eine Auswanderung bringt einen immer wieder aus der eigenen Komfortzone – und genau daran wächst man. Rückblickend war genau das eine der wertvollsten Erfahrungen unserer ersten Auswanderung.
Ob unser zweiter Versuch einfacher wird? Das können wir heute noch nicht beantworten.
Aber wir können euch eines versprechen:
Wir werden euch auf diesem Weg ehrlich mitnehmen.
Wir werden nicht nur die schönen Momente zeigen, sondern auch die Herausforderungen, Zweifel und Rückschläge. Denn genau das macht eine Auswanderung aus – sie ist nicht perfekt, aber sie kann unglaublich bereichernd sein.
Wir freuen uns riesig auf dieses neue Kapitel und hoffen, dass ihr uns weiterhin auf unserem Weg begleitet.
Jetzt seid ihr dran! 💚
Würdet ihr Deutschland für ein Leben in einem anderen Land verlassen? Oder könntet ihr euch eine Auswanderung grundsätzlich vorstellen?
Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Wir freuen uns darauf, eure Geschichten, Gedanken und Erfahrungen zu lesen!
🌴 Bis zum nächsten Beitrag auf Unser Familienkompass!